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Rechtspsychologie
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Die Rechtspsychologie ist der Bereich der Psychologie der sich mit Recht, Gesetz und Polizei beschäftigt. Mit diesem Begriff assoziieren viele sehr abenteuerliche und spannende Tätigkeiten, wie z.B. die eines Profilers. Nun der Beruf des Profilers gehört in der Tat zur Rechtspsychologie, aber wer Psychologie studiert um Profiler zu werden, den muss ich warnen: Es gibt in diesem Bereich nur extrem wenige Stellen und außerdem setzt die Ausbildung zum Profiler voraus, dass man Polizist ist. Man hat also die Möglichkeit entweder erst Polizist zu werden und dann ein Studium der Psychologie mit Schwerpunkt Rechtspsychologie und Kriminologie anzuhängen, oder nach dem Psychologiestudium in den Polizeidienst zu gehen.

Es gibt aber auch noch andere, weniger abenteuerliche Berufe im Bereich der Rechtspsychologie. Dem Profiler am nächsten kommt der Polizeipsychologe. Auch hier ist es gelegentlich die Aufgabe Täterprofile zu erstellen. Die Aufgaben gehen hier aber deutlich weiter. Das reicht von der Verhandlung bei Geiselnahmen bis zur Planung von Einsätzen, aber auch die Beratung und Betreuung von Polizeibeamten nach schwierigen Situationen gehört dazu. Oft fällt auch der Bereich Personalplanung und Auswahl in den Tätigkeitsbereich eines Polizeipsychologen.

Weitere Tätigkeiten für Rechtspsychologen ergeben sich bei Gericht. Hier geht es unter anderem um die Betreuung von Zeugen und Prozessteilnehmern, aber auch um Gutachten zur Glaubwürdigkeit oder Korrektheit von Aussagen vor Gericht oder zur Schuldfähigkeit eines Angeklagten. Diesen Beruf übt man entweder als fest angestellter Gerichtspsychologe, häufiger aber als freiberuflicher Gerichtsgutachter aus. Als Gutachter vor Gericht muss man ein dickes Fell mitbringen, zum einen weil man mit vielen auch düsteren Seiten der menschlichen Psyche konfrontiert wird, aber auch weil Gutachten vor Gericht von der Gegenseite gerne im Kreuzverhör verrissen werden. Dabei geht es nicht immer fair zu und nicht selten wird dabei auch versucht die Glaubwürdigkeit des Gutachters zu untergraben.

Ein letzter Arbeitsbereich sind die Justizvollzugsanstalten. Aufgaben hier sind die Rehabilitätion, die soziale Wiedereingliederung, aber auch die Gewährung von Freigang, oder die vorzeitige Haftentlassung wegen guter Führung. Auch die Therapie von Straftätern fällt in diesen Bereich. In JVAs herrscht zum Teil ein recht raues Klima, so dass man auch hier eine sehr robuste Psyche mitbringen sollte.

Generell ist zu sagen, dass Stellen in diesem Bereich knapp sind. Es gibt in Deutschland deutlich unter 500 Stellen für Psychologen in diesen Tätigkeiten, von denen jedes Jahr nur wenige einzelne neu vergeben werden. Man sollte es sich also aus vielen Gründen sehr gründlich überlegen ob dieser Berufszweig der richtige für einen ist.

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