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Vor dem Studium

Nun ist es also soweit: Das Abi ist in der Tasche und spätestens jetzt beginnt jeder sich zu überlegen, wie er sein weiteres Leben verbringen möchte. Viele treffen die Entscheidung zu studieren und viele haben - vielleicht sogar schon vor längerer Zeit - die Entscheidung getroffen, Psychologie zu studieren. Diese Seiten sollen denen Informationen geben, die mit dem Gedanken spielen sich in ein Studium zu stürzen, das, wie kein anderes, den Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Psychologie ist zusammengesetzt aus den griechischen Wörtern psychos (die Seele) und logos (die Lehre). Psychologie ist also im Wortsinn die Lehre von der Seele. Da die Seele ein so schwer fassbares Gebilde ist, ist vieles in der Psychologie der Philosophie recht verwandt. Auch aus diesem Grund wird die Psychologie an vielen Unis der Philosophischen Fakultät untergeordnet. Doch die Psychologie mit der Suche nach der Seele gleichzusetzen, würde ihr Unrecht tun. Vielmehr ist die Psychologie, wie sie an Universitäten gelehrt wird, inzwischen so ein breit gefächertes Fachgebiet, dass sie - vor allem im Masterstudium - in verschiedene spezialisierte Studiengänge aufgeteilt wird.

Viele Bereiche der Psychologie erheben inzwischen den Anspruch eine Naturwissenschaft zu sein, und bedienen sich auch entsprechender Methoden. Auch dient die Psychologie vielen anderen Fachbereichen als Hilfswissenschaft (z. B. der Informatik). Wie vielfältig die Einsatzbereiche eines Psychologen sind, kann im Abschnitt "Berufsfelder" nachgelesen werden.

Warum Psychologie studieren ?

Die Motive Psychologie zu studieren sind so vielfältig wie die Studierenden. Befragt nach den Gründen für ihr Psychologiestudium antworten ca. 60% der Studierenden: "Um Menschen helfen zu können". Verbunden mit diesem Motiv ist die weit verbreitete falsche Vorstellung, dass ein Psychologe mit Psychotherapeut gleichzusetzen ist. Tatsächlich arbeitet nur etwa die Hälfte der Universitätsabsolventen in diesem Bereich. Die Anderen verteilen sich auf die anderen Anwendungsgebiete. So gehen 15-30% der Studierenden in den Bereich der Arbeits- und Organisationspsychologie. Ca. 5-15% arbeiten im Bereich der Rechtspsychologie und ebenfalls 5-15% bleiben an der Universität und beschäftigen sich mit Forschung und Lehre.

Viele der Studienanfänger beginnen ein Psychologie-Studium, weil sie die Psychologie an sich interessant finden. Ein Großteil von ihnen hatte bereits Psychologie als Grundkurs in der Schule und erwartet nun im Studium eine Fortsetzung dieses Schulfaches. Ein nicht unbedeutender Anteil der Studienanfänger hat ziemlich persönliche Motive für das Studium. Ca. 10-20% der Studierenden erhoffen sich vom Studium Hilfe bei der Lösung eigener Probleme. Dazu muss ganz klar gesagt werden, dass dies das Studium nicht leisten wird - ja nicht leisten kann. Dies soll aber keinesfalls bedeuten, dass persönlich Betroffene später keine guten Psychologen werden. Im Gegenteil, gerade im klinischen Bereich können diese oft eine besonders gute Beziehung zu ihren Klienten aufbauen.

Grundsätzlich kann nur jedem geraten werden, das Studium nur zu beginnen, wenn man den ehrlichen Wunsch verspürt, später als Psychologe tätig zu sein. Das Studium als Selbstzweck - oder schlimmer noch zur Selbsttherapie - ist in der Psychologie nicht sinnvoll.

Voraussetzungen für das Studium.

Hier wären an erster Stelle natürlich die Zugangsbeschränkungen zu nennen. Wie genau das Zulassungsverfahren abläuft, ist hier nachzulesen. Das Abi sollte schon mit einem recht guten Durchschnitt bestanden worden sein, um ein Studium der Psychologie ohne Umwege beginnen zu können. Einen Richtwert zu nennen ist hier schwierig. Wie gut das Abitur sein muss, um einen Studienplatz zu ergattern, hängt vor allem vom gewünschten Studienort ab. Allgemein gesprochen wird es aber mit einem Abitur schlechter als 2,0 eher schwer, noch einen Studienplatz zu erhalten. Doch auch ohne diesen Notendurchschnitt bestehen noch gewisse, wenn auch deutlich kleinere Chancen ein Studium der Psychologie anzutreten.

Zum einen ist hier die Verlosung nicht angenommener Studienplätze zu nennen. Jede Uni vergibt über eigene Vergabeverfahren ein Kontingent von Studienplätzen im Fach Psychologie. In der Regel werden einige dieser Plätze nicht angetreten, weil Kandidaten sich an mehreren Unis beworben haben und von mehreren Unis Zusagen erhalten haben. Die dadurch freiwerdenden Plätze werden von den Universitäten zuerst in diversen Nachrückverfahren wieder an die Abiturbesten vergeben und irgendwann verlost. Hier zählt dann nicht mehr der Abi-Schnitt, hier muss man einfach nur Glück haben. Sollte es also mit der Bewerbung nicht geklappt haben, so hilft es vielleicht, sich an möglichst vielen Unis für diese Losverfahren zu bewerben. Natürlich ist hier die Chance einen Platz zu bekommen nicht riesig, aber mit etwas Glück real vorhanden. Auch eine eine Studienplatzklage kann Aussicht auf Erfolg haben und soll hier nicht unerwähnt bleiben. Dabei handelt es sich aber um ein teures und evtl. langwieriges Unterfangen. Infos dazu findet man zum Beispiel hier: just-study.com/studienplatzklage

Eine weitere Möglichkeit, die aber zunehmend unsicherer wird, ist der Quereinstieg. Eine größere Anzahl von Studierenden bricht das Studium nach dem ersten oder zweiten Semester ab. Die dadurch freiwerdenden Plätze stehen Wechslern von anderen Unis oder eben Quereinsteigern zur Verfügung. Das bedeutet im Einzelnen, dass man einen beliebigen Studiengang der Sozialwissenschaften mit Psychologie als Nebenfach beginnt. In den ersten beiden Semestern belegt man soweit möglich alle Veranstaltungen für Hauptfachstudenten. Nach 2 Semestern stellt man dann den Antrag auf Quereinstieg. Auch hier gibt es natürlich keine Garantien für einen Studienplatz im Hauptfach Psychologie und die Berichte mehren sich, dass dieser Weg an einen Studienplatz zu gelangen immer mehr verbaut wird. Spätestens seit der Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge ist jedoch der Quereinstieg nahezu unmöglich.

Wie hoch die Chancen sind mit einem schlechten Abitur noch einen Studienplatz zu bekommen ist schwer in Zahlen zu fassen. Auch schwanken die Chancen in den letzten Jahren beträchtlich. So hat in den letzten Jahren die Zahl der Studienplätze, die über das Losverfahren vergeben wurden, deutlich zugenommen. Die liegt vor allem daran, dass fast alle Unis inzwischen selber ihre Studienplätze vergeben und somit Mehrfachzulassungen deutlich häufiger vorkommen.

Neben diesen organisatorischen Voraussetzungen gibt es aber auch persönliche, welche man erfüllen sollte. Zunächst einmal sollte man sich im Klaren darüber sein, dass das Studium, vor allem in den ersten Semestern, zu einem großen Teil aus Mathematik besteht. Wer also eine abgrundtiefe Abneigung gegen Mathematik verspürt, sollte sich ein Studium der Psychologie gut überlegen.

Auch sollte bedacht werden, dass 80% aller Literatur zum Thema Psychologie in englischer Sprache verfasst ist. Man kann sein Studium nicht beenden, ohne englische Texte gelesen zu haben! Man muss kein Englisch-Genie sein, um Psychologie studieren zu können. Auch ein Leistungskurs Englisch ist nicht notwendig. Aber man sollte die Bereitschaft mitbringen, sich das benötigte Englisch im Studium anzueignen. An manchen Unis ist hierzu sogar Englisch ein Pflichtnebenfach zur Psychologie.

Weiterhin sollte man eine Bereitschaft zur Introspektion mitbringen, was bedeutet, dass man bereit sein muss, sich selbst zu erkennen und zu erforschen, und auch sich selbst anderen zu öffnen. Diese Fähigkeit wird spätestens in der Ausbildung in klinischer Psychologie, so man dies als Schwerpunkt wählt, zu einer wichtigen Basis.

Was sollte ich vor Beginn des Studiums unbedingt noch tun?

Den ersten Schritt hast du schon gemacht du bist hier. Informiere dich !!! Am besten du liest mal ein allgemeines Buch rund um die Psychologie. Interessiert dich der Inhalt, so wirst du auch Spaß am Studium haben. Besonders zu empfehlen ist hier das Buch "Psychologie" von David G. Myers (Hier bestellen). Das Buch ist mit knapp 50 Euro zwar nicht ganz billig, aber es vermittelt einen guten Einblick, welche Themen und Inhalte dich im Psychologiestudium erwarten - auf jeden Fall ist es das Geld wert. Ansonsten geh zu einer Uni in deiner Nähe und dort zu einem Studienberater in der Psychologie und besprich mit dem das Studium und was dich alles erwartet.

Wie das Studium im Einzelnen aussieht, erfährst du im Studiumsteil dieser Seite.

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