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Klinische Psychologie
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Dies ist wohl der klassische Berufszweig des Psychologen. Wenn die meisten Leute von einem Psychologen reden, ist es dies was sie sich darunter vorstellen. Die klinische Psychologie ist der medizinische Teil dieses Berufszweiges. Hier geht es um psychische Störungen und Krankheiten, deren Diagnose und ihre Behandlung.

Oft werden dabei aber Begriffe verwechselt oder falsch verwendet. Ein klinischer Psychologe ist ein Diplompsychologe, der im Studium einen Schwerpunkt in klinischer Psychologie belegt hat und dann in diesem Bereich arbeitet. Ein klinischer Psychologe hat die Kompetenzen, psychische Störungen zu diagnostizieren, aber nicht zu therapieren. Reine klinische Psychologen werden immer seltener, und werden auch kaum noch von Arbeitgebern gesucht. Maximal kann man mit diesen Voraussetzungen in der klinischen Forschung arbeiten.

Will man aber auch Patienten behandeln, dann muss man dazu Psychotherapeut werden. Der Begriff Psychotherapeut ist in Deutschland seit 1999 ein geschützter Titel. Um diesen Titel tragen zu können muss eine 3-5 jährige Ausbildung zum psychologischen oder medizinischen Psychotherapeuten erfolgen. Diese Ausbildung kann erst nach dem Studium beginnen und kann in Vollzeit oder berufsbegleitend absolviert werden. Erst nach dieser Ausbildung darf man sich Psychotherapeut nennen und als solcher praktizieren.

Leider ist diese Ausbildung nicht billig und kostet je nach Art und Dauer zwischen 13. und 20tausend Euro. Diese müssen natürlich nicht auf einen Schlag bezahlt werden sondern in monatlichen Raten. Einige Kliniken bieten auch Programme zur integrierten Therapieausbildung an. Hier werden die Kosten für die Ausbildung von den Kliniken getragen.

Nach dieser Ausbildung darf man in einer Klinik therapeutische Tätigkeiten in Eigenregie ausführen oder sich als Therapeut niederlassen. Das ist aber leider nur die Theorie. Um sich niederlassen zu können, braucht man eine Kassenzulassung, will man nicht ausschließlich privat bezahlende Patienten behandeln. Die Zahl der Kassenzulassungen ist aber für jede Stadt limitiert, so dass es sein kann, dass man in der gewünschten Stadt keine Zulassung bekommt. Das treibt dann in sehr beliebten Städten eigenartige Blüten in der Art, dass dort Praxen inklusive Zulassung für horrende Summen verkauft werden. Für eine gut gehende Vollzeitpraxis in Köln zahlt man so schon mal 40.000 Euro. Es werden auch Praxisbeteiligungen verkauft für entsprechend geringere Summen. Das ist aber zum Glück noch nicht überall der Fall und es gibt noch einige Gegenden in Deutschland wo man problemlos eine Kassenzulassung bekommt.

Der einfachere Weg ist sicher die Arbeit in einem Krankenhaus. Dort hat man ein geregeltes Gehalt und geregelte Arbeitszeiten, ohne das unternehmerische Risiko einer selbstständigen Praxis tragen zu müssen. Man arbeitet aber immer unter Anleitung, meist von Ärzten und hat weniger Freiheiten.

Die eigene Praxis verspricht bessere Bezahlung und mehr Freiheiten, aber mit höherem Risiko. Welchen Weg man einschlagen möchte, das ist dabei aber natürlich jedem selbst überlassen. Viele Psychotherapeuten beginnen ihren beruflichen Weg in einer Klinik und wagen dann irgendwann den Schritt in die Selbstständigkeit.

Hat man das Ziel irgendwann einmal im klinischen Bereich zu arbeiten, so kommt man inzwischen nicht mehr um die Therapieausbildung herum. Fast alle Arbeitgeber suchen in ihren Stellenausschreibungen fertige Psychotherapeuten, oder zumindest Psychologen mit begonnener Therapieausbildung. Einzige Ausnahme ist wie oben schon erwähnt die klinische Forschung.

Ein anderer Arbeitsbereich, der ebenfalls zur klinischen Psychologie gezählt werden kann ist die Neuropsychologie, obwohl sie sich als Grenzwissenschaft zwischen der Diagnostik, der reinen Forschung und der klinischen Anwendung bewegt.
Die Neuropsychologie befasst sich mit den psychisch messbaren Eigenschaften von neurologischen Beeinträchtigungen. Diese können durch Unfälle aber auch als Begleiterscheinung anderer psychischer Erkrankungen entstanden sein. Die Neuropsychologie ist dabei meistens noch eine beschreibende Wissenschaft, welche als diagnostisches Hilfsmittel zur besseren Beschreibung der Probleme eines Patienten genutzt wird.

Immer mehr gewinnt aber auch die Neuropsychologische Rehabilitation an Bedeutung und in dieser Domäne fassen besonders viele Psychologen Fuß. Hat man mittels neuropsychologischer Diagnostik bestimmte Defizite bei einem Patienten festgestellt, so wird versucht diese gezielt durch Training zu verbessern. Dies können z.B. Ausfälle im Gedächtnis oder in bestimmten Wahrnehmungsbereichen sein.

Generell haben Neuropsychologen meist ein anderes Klientel als Psychotherapeuten. Psychotherapeuten beschäftigen sich mit psychischen Störungen und deren Behandlung (Depressionen, Phobien etc.) Neuropsychologen mit eher neurologischen Problemen bei z.B. Alzheimer oder nach Schlaganfällen. Dabei ist es aber eine durchaus sinnvolle Möglichkeit, die Psychotherapie mit der Neuropsychologie zu kombinieren, gehen doch viele psychische Erkrankungen auch mit neuropsychologischen Auffälligkeiten einher.

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